Über das Leben

...und wie ich es sehe
 
 

Namenlos

Hallo ihr lieben, im Anhang meine neuste Kurzgeschichte=)Leider habe ich noch keinen passenden Titel gefunden, wenn ihr also Vorschläge habt, dann nur her damit!!„Ich weiß nicht ob ich es tun soll“, sagte Tim zu ihr, „Ich habe Angst, dass es ein Fehler ist.“ Er saß neben Susi auf dem Bett, wie sie es oft taten, wenn sie miteinander sprachen und sich von ihren Sorgen erzählten. Das kleine Zimmer lag im Dämmerlicht und die Nachttischlampe beleuchtete nur einen Teil des Raumes, in dem nur noch ein Schrank und ein kleiner Schreibtisch nebst passendem Stuhl Platz fanden. Tröstend legte sie ihm ihren Arm um seine Schulter. „Seit Wochen wird über nichts anderes geredet und jetzt willst du einen Rückzieher machen?“, fragte sie einfühlsam. Er zog die Füße an, umfasste sie mit seinen starken Armen und legte seinen Kopf auf die Knie, wodurch sein Blick sich automatisch senkte, während sie ihn weiter ansah. Er hatte diesen Gedanken schon einige Zeit vor sich her geschoben, aber jetzt bekam er Panik. Morgen würde es soweit sein und dann, ja dann....dann war es zu spät, kein Zurück mehr. Vielleicht konnte er das Blatt noch wenden? Aber wollte er das überhaupt? Wollte er, dass sich alles weiter lief wie bisher? Eigentlich nicht. Deshalb hatte er ja gesagt, dass es nicht mehr funktionierte und er sich trennen möchte. Aber es war über lange Zeit so gewohnt geworden. Was, wenn jetzt einfach so ein großes Stück seines Lebens fehlen würde und unwiederbringlich zerstört war? Außerdem wollte er niemanden verletzten.„Ich mache uns erst mal eine heiße Schokolade.“, unterbrach Susi seine Gedanken. Sie erhob sich und verschwand mit ein paar schwebenden Schritten aus dem Zimmer. Alleine schaute er sich in ihrem Zimmer um. Er begutachtete die Uhr, deren Batterie leer war, weshalb sie kontinuierlich halb drei anzeigte und den gerahmten Zehneuroschein, der mit `das letzte Geschenk von Opa` überschrieben war. Sein Blick wanderte weiter über eine Kollage, über die Bretter an der Wand über dem Schreibtisch, auf denen sich Bücher stapelten bis zu dem Fenster zu seiner linken, das einen Blick auf die inzwischen recht dunkle Straße bot. Er war so froh, dass er jemanden zum reden hatte, dass Susi ihm zuhörte, dass sie ihn ernst nahm und verstand.Bei diesem Gedanken ging die Tür auf und Susi kam mit zwei dampfenden Tassen herein. Geschickt schloss sie die Tür mit einem Fuß und ging auf Tim zu, der noch immer auf dem Bett kauerte. Als sie ihm die Tasse entgegenstreckte löste er seine Arme von den Füßen und rückte ein bisschen nach vorne um auf der Bettkante sitzen zu können, bevor er das Getränk entgegennahm. Schweigend saßen sie nebeneinander und nahmen kleine Schlucke von ihrer heißen Schokolade. „Ich habe einfach riesige Angst, dass es nicht das richtige ist, dass ich etwas total dummes tue, das nie wieder gutzumachen ist“, brach er schließlich mit flehender Stimme das Schweigen. Sie sah ihn aufmerksam an, bis sie antwortete: „ Es ist eine Trennung, kein Umzug nach Neuseeland oder ein Vertrag, bei dem du deine Seele an den Teufel verkaufst.“ Er musste schmunzeln, aber in seinen Augen blitzte immer noch die Angst und die Ungewissheit. Dann wandte sie den Blick ab und ergänzte etwas ernster: „Wenn du es nicht tust, dann wirst du es dein Leben lang bereuen. Dann hast du vielleicht mit 40 vor das nachzuholen, was du jetzt verpasst. Du wirst nicht glücklich werden, wenn du dir immer die Frage stellst: Was wäre gewesen, wenn?“ Nach einer kurzen Pause ergänzte sie: „Mach es.“Nach diesen Worten schluckte sie schwer und hielt den Blick auf ihre Tasse gerichtet. Sie hatte soeben das Ende ihrer Beziehung besiegelt. Jetzt sah er sie an. Er sah in ihrem Gesicht, wie schwer ihr dieser Rat gefallen war. Er sah, dass sie es ernst meinte, natürlich hatte sie recht und er bewunderte sie unendlich dafür. Er sah die unglaubliche Liebe aus der sie sprach und plötzlich stieg Rührung in ihm auf. Sie wollte wirklich das Beste für ihn. Sie wollte, dass er glücklich war. Aus heiterem Himmel schossen ihm Tränen der Dankbarkeit und der Erleichterung in die Augen, eine nach der anderen kullerte über seine Wangen und er lehnte sich zu ihr. Sofort nahm sie ihn tröstend in den Arm und und umschloss ihn innig. Auch ihr liefen ein paar Tränen über die Wangen. Sie lagen sich in den Armen und weinten. „Danke!Danke, dass du mich gehen lässt!“, schluchzte Tim, während er sein Gesicht in ihrer Schulter vergrub. Sie zog ihn bei diesen Worten noch näher an sich und hauchte: „Ich liebe dich. Ich will dass du glücklich bist.“Tim war überwältigt. Morgen, hatten sie beschlossen, würden sie sich trennen, aber er war gerade so glücklich darüber, dass sie ihn unterstützte. Er fühlte sich so verbunden mit ihr, wie lange nicht mehr. Seine Tränen waren zu Freudentränen geworden und er konnte nicht anders, er löste sich aus ihrer Umarmung. Er strahlte sie an, die Augen voller Tränen und sie strahlte zurück, froh darüber ihn so glücklich machen zu können. Er streckte eine Hand aus und vergrub sie in ihrem Haaren, dann küsste er sie innig, ehrlich, und unglaublich dankbar. Das letzte Mal.

25.1.18 21:16

Letzte Einträge: Paradox, tolles Wintererlebnis, wer Ohren hat, der höre, Hände, Das wichtigste

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen